Was ist eine „gute“ private Unfallversicherung?

Freizeitunfälle oft Ursache für Invalidität

Die Fakten sprechen eine eindeutige Sprache: Der durchschnittliche Österreicher lebt in seiner Freizeit gefährlich. Jahr für Jahr verunfallen circa 830.000 Personen, das ist rund ein Zehntel der Gesamtbevölkerung. Aber damit nicht genug, denn fast 9000 Personen laborieren dauerhaft an den Folgen eines Freizeitunfalls. Diese Unfälle, die eine Invalidität nach sich ziehen, passieren vor allem Zuhause und bei der Ausübung eines Sportes.

Die Statistik bringt außerdem ans Licht, dass Frauen weniger häufig von folgenschweren Unfällen in ihrer Freizeit betroffen sind als Männer. Aber auch in der Arbeitszeit verunglücken immer wieder Personen, die in der Folge aufgrund einer Invalidität berufsunfähig sind. Generell werden solche Ereignisse zwar von der gesetzlich vorgeschriebenen Unfall- und Berufskrankheitenversicherung finanziell abgefedert, allerdings kann damit nur in den seltensten Fällen der Einkommensverlust vollständig oder zumindest ausreichend ersetzt werden.

Private Krankenversicherung - maßgeschneiderter Schutz für Jedermann

Bereits ein Blick auf diese Daten genügt, um zum Schluss zu kommen, dass der Abschluss einer privaten Unfallversicherung für alle Österreicher ausdrücklich zu empfehlen ist. Selbst wenn keine Sportarten ausgeübt werden, für die ein hohes Verletzungsrisiko typisch ist (zum Beispiel Snowboarden oder Skifahren), sollte man über den Schutz einer privaten Unfallversicherung verfügen.

Viele Unfälle ereignen sich beispielsweise beim Sonntagspaziergang, aber auch vermeintlich ungefährliche Sportarten wie Schwimmen oder Radfahren bergen ein nicht gerade geringes Risiko in sich. Die optimale private Unfallversicherung für den jeweiligen Versicherungsnehmer sollte auf jeden Fall jene Sportarten oder Aktivitäten umfassen, die der Kunde ausübt.

Staat übernimmt Basisversorgung, aber nicht mehr!

Das Sozialsystem in Österreich ist derart gestaltet, dass die medizinische Basisversorgung in jedem Fall von den öffentlichen Sozialversicherungen finanziell übernommen wird. Das betrifft sowohl eine allfällige Erstbetreuung als auch einen Klinikaufenthalt. Allerdings müssen sämtliche darüber hinaus gehende Kosten vom Verunfallten selbst getragen werden.

Für Personen, die sich in ihrer Freizeit bevorzugt in den Bergen aufhalten, ist außerdem folgende Information von hohem Interesse: Hubschraubereinsätze werden laut österreichischer Gesetzgebung nicht als unbedingt notwendige Erstversorgungs- oder Bergungsmaßnahme angesehen: Der Verunglückte bleibt auf diesen Kosten sitzen, sofern er über keine private Unfallversicherung verfügt, deren Leistungskatalog eine Hubschrauberbergung einschließt.

Eine private Unfallversicherung übernimmt – im Gegensatz zu den Pflichtversicherungen – außerdem - bei entsprechender vertraglicher Vereinbarung - nach einem Tauchunfall die Kosten für eine Behandlung in einer Druckkammer. Des Weiteren kann sie auch bei teurem Zahnersatz in Anspruch genommen werden, sofern die Zähne infolge eines Unfalls gravierende Schäden davon getragen haben.

Schlaganfall und Zeckenbiss mitversichern

Unfälle, die mit einem erlittenen Schlaganfall, Herzinfarkt oder einer anders gelagerten Bewusstseinsstörung in Zusammenhang stehen, sollten von einer „guten“ privaten Unfallversicherung ebenfalls gedeckt sein. Viele Versicherungsanbieter steigen in solchen Fällen allerdings aus. Meist werden Unfälle nur dann von der freiwilligen Versicherung abgegolten, wenn der Herzinfarkt oder Ähnliches aufgrund eines Unfalls ausgelöst wurde.

Eine finanzielle Absicherung gegen die Folgen eines Zecken- oder Hundebisses sollte eine optimale private Unfallversicherung ebenfalls anstandslos leisten. Dasselbe gilt für schwerwiegende Verletzungen oder Todesfälle aufgrund von Erfrieren, Ersticken und Ertrinken.

Kosten abhängig von Leistung und Versicherungsgeber

Häufig werden Auszahlungen bei einer dauerhaften Invalidität erst ab einem bestimmten Grad der Schädigung gewährt. Auch solche Angebote sind als unzureichend abzulehnen. Die Versicherungsanstalt sollte sich vielmehr dazu bereit erklären, bereits ab einem Prozent nachgewiesener Invalidität zu zahlen. Wählt der Versicherungsnehmer ein Produkt mir Progressionstarif, dann gilt es zu beachten, dass diese bei über zwanzig Prozent beginnen sollte und nicht erst bei größeren Schäden und außerdem bereits bei einer Invalidität unter hundert Prozent angemessene Leistungen erbringt.

Zu den Kosten einer optimalen privaten Unfallversicherung können keine allgemein gültigen Aussagen gemacht werden. Generell ist mit einer jährlichen finanziellen Belastung von mindestens hundert Euro zu rechnen. In Abhängigkeit vom Leistungspaket und den geltenden Bedingungen der gewählten privaten Unfallversicherung sowie auch vom Anbieter können pro Jahr auch mehrere hundert Euro in die private Unfallversicherung investiert werden müssen.